Love it, Change it or Leave it – intelligente Wege aus der Sackgasse

Manchmal stecken wir einfach fest – in einer frustrierenden Situation, in einem kräftezehrenden Problem, einer unbefriedigenden Perspektive. Der häufig lapidar geäußerte Spruch „love it, change it or leave it“ bietet dafür mehr intelligente Handlungsoptionen, als wir glauben.

Er macht nämlich vor allem Eines deutlich: In den allermeisten Fällen sind wir selbst es, deren Entscheidungen die als kritisch empfundene Situation verändern. Allein diese Erkenntnis ist ein wesentlicher Teil der Lösung: nicht eine – wie auch immer geartete – Intervention von Außen löst unser Problem. Nein – wir selbst genießen die Freiheit, bewusst und erwachsen zu entscheiden, wie wir damit umgehen. Immer. Einfach ist es natürlich nicht, diese Freiheit in Anspruch zu nehmen. Denn in der Regel gilt es, dafür einen Preis zu zahlen. Und sei es nur der Umstand, die momentane subjektiv wahrgenommene Komfortzone zu verlassen, um neue und ungewohnte Perspektiven einzunehmen.

So bedeutet „love it“ keineswegs, das Problem als gegeben anzuerkennen und sich fatalistisch-resigniert in sein Schicksal zu ergeben. Ganz im Gegenteil: die Situation als momentan unabänderlich zu betrachten und deshalb eine bewusste, Ressourcen-schonende Sicht darauf zu entwickeln, ist eine sehr kraftvolle Entscheidung. Mit dem Satz „Das ist jetzt nun mal so und ich WILL es momentan nicht ändern.“ bringen wir gleichzeitig etwas emotionale Distanz zwischen das Problem und uns selbst.

„Change it“ ist zweifellos die am stärksten herausfordernde Option: sie bedeutet nämlich NICHT, dass wir etwas an uns selbst ändern (das wären Option 1 oder 3), sondern die Welt um uns herum so beeinflussen, dass diese sich anders verhält. Naturgemäß jedoch ist unser Einfluss auf unsere Außenwelt schwächer, als auf uns selbst. Und leider oft auch sehr viel geringer, als wir glauben – insbesondere in sehr traditionellen oder hierarchisch geprägten Organisationen. Viele Führungskräfte wählen diesen Weg, weil sie im Verändern von herausfordernden Gegebenheiten erfolgreiche Handlungsmuster entwickelt haben. Häufig erkennen sie erst, nachdem sie eine Menge Energie und Zeit (erfolglos) eingesetzt haben, dass „change it“ nicht aus dem Dilemma führt. Im Gegenteil, sehr oft ist es genau diese Erkenntnis, die erstmalig das Bewusstsein erzeugt, in einer Sackgasse zu stecken („Ich kann das Problem offenbar nicht lösen – was mache ich denn jetzt?“).

Die dritte Option – „leave it“ – wird oft als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen, weil sie die stärksten Konsequenzen mit sich bringt. Sie bedeutet, eine als nicht akzeptierbar und unlösbar wahrgenommene Situation zu verlassen – eine Projektleitung abzugeben, eine Promotion abzulehnen, einen Job zu kündigen, ein Unternehmen zu verlassen. Häufig wird diese Option als Kapitulation betrachtet und daher mit Schwäche assoziiert. Doch genau das Gegenteil ist der Fall: es ist ein Beleg enormer Stärke, wenn wir Veränderung – und damit Ungewissheit – wählen, statt in der unbefriedigenden Situation zu verharren. Haben wir eine solche Entscheidung erst einmal getroffen und die Konsequenzen durchdacht, steckt in „leave it“ eine enorme positive Kraftquelle. Kennen Sie Menschen, die vor längerer Zeit eine solch weitreichende Entscheidung getroffen haben und heute sagen „das war das Beste, was ich tun konnte“ oder „das hätte ich schon viel früher machen sollen“?

Welche Option ist nun die Richtige für Sie? Wie immer gilt: gründliches Nachdenken und strukturiertes Vorgehen schaffen Klarheit. Hilfreich ist zum Beispiel, sich Chancen und Risiken jeder der drei Optionen vor Augen zu führen (eine PDF Unterstützungsmatrix für diese Denkarbeit können Sie hier downloaden). Ein offenes Gespräch in einem geschützten, vertraulichen Rahmen führt zusätzlich zu neuen Sichtweisen und Erkenntnissen, denn diese entstehen im Dialog sehr viel deutlicher, als in der Selbstreflextion. Im Coaching gehen wir davon aus, dass alle erforderlichen Ressourcen zur Lösung des Problems bereits in Ihnen vorhanden sind – als Business-erfahrener Coach werde ich diese im Dialog für Sie zugänglich machen.

Am Ende gilt: wie immer Sie sich auch entscheiden – tun Sie etwas. Wählen Sie eine der drei Möglichkeiten. Handeln Sie aktiv, statt von außen „be-handelt“ zu werden.

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